Nierenentzündung & Nierenbeckenentzündung

Entzündungen an den Nieren gehören zu den häufigeren Erkrankungen des Menschen und sie haben verschiedene Ursachen. Zu diesen Ursachen gehören angeborene Missbildungen, Steinleiden, Verengungen, akute und chronische Infektionen sowie schließlich Krebserkrankungen.

Man nennt die beiden häufigsten Formen von Nierenentzündung Pyelonephritis und Glomerulonephritis. Die Pyelonephritis ist die Entzündung des Nierenbeckens, die Glomerulonephritis bezeichnet Nierenentzündungen allgemein.

Nierenentzündungen verursachen leichte, dumpfe Rückenschmerzen bis hin zu schwersten Koliken bei Steinleiden oder bei starken Entzündungen und Krebs. Nierenentzündungen können auch als Folgeerkrankungen auftreten, so dass die Ursache nicht in den Nieren selbst, sondern in einem anderen Bereich des Körpers zu suchen ist.

Pyelonephritis kann akut und chronisch verlaufen

Menschliche Körper und die NierenDie akute Pyelonephritis entsteht oft durch angeborene Verengungen der Verbindung zwischen dem Nierenbecken und dem Ansatz der Harnröhre. Da der Urin nicht richtig abfließen kann, kommt es zu bakteriellen Infektionen. Diese äußern sich durch Fieber, Rückenschmerzen, Bakterien, Eiweißen und Blut im Urin. Des weiteren leidet der Patient unter häufigem, schmerzhaftem Harndrang und einer Blasenentzündung. Im chronischen Verlauf kommt es zu Nierenversagen, das den Patienten dialysepflichtig werden lässt. Durch diese Verengungen können sich auch Nierensteine im Becken und im Harnleiter bilden.

Weitere Ursachen für die akute und die chronische Nierenbeckenentzündung sind Zystennieren und Hufeisennieren. Auch Patienten mit Diabetes oder mit Krebserkrankungen leiden sehr oft unter Nierenbeckenentzündungen. Unbehandelt kann die Pyelonephritis mit einer Blutvergiftung enden. Diese Sepsis kann tödlich verlaufen.

Die Glomerulonephritis – eine Entzündung der ganz Niere

Die akute Glomerulonephritis verläuft ähnlich wie die Pyelonephritis. Neben Blut und Eiweiß im Urin finden sich beim Patienten Wasseransammlungen im Gewebe, die sogenannten Ödemen. Kopfschmerzen, Sehstörungen und Bluthochdruck begleiten die Glomerulonephritis fast immer. Schmerzen an den Nieren selbst treten bei dieser Krankheit eher seltener auf. Die akute Glomerulonephritis wird sehr oft durch eine vorangegangene Angina oder durch eine Kehlkopfentzündung ausgelöst. Streptokokken sind der hauptsächliche Erreger für eine Glomerulonephritis.
Die chronische Glomerulonephritis bleibt oft sowohl vom Patienten wie auch von Ärzten über lange Jahre hinweg unbemerkt. Die Symptome sind dabei ähnlich wie bei der akuten Form.

Das nephrotische Syndrom

Eine weitere Form von Glomerulonephritis ist das nephrotische Syndrom. Die Patienten fühlen sich anfangs sehr abgeschlagen und klagen über Übelkeit, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Der Arzt erkennt die Glomerulonephritis bereits augenscheinlich an Wasseransammlungen im Bereich der Augenlider und der Beine.
Später kommt es zur Brüchigkeit von Haaren, Nägeln und Knochen sowie einer Neigung zu Thrombose und Herzmuskelentzündungen.

Bei Verdacht auf Nierenerkrankungen immer den Arzt aufsuchen
Manche Patienten leiden eher an Rücken- als an Nierenschmerzen. Wurden sie noch nie urologisch untersucht, so wissen sie vielleicht gar nicht, dass sie unter einer Nierenkrankheit leiden. Deshalb sollten Menschen mit unklaren Rückenschmerzen neben dem Orthopäden vorsichtshalber auch noch einen Urologen aufsuchen.
Es gibt keine leichten Nierenerkrankungen und Selbstbehandlungen sind nicht zu empfehlen. Da bei allen Arten von Nierenentzündungen die Gefahr der Chronifizierung oder des Nierenversagens besteht, sollte man von Selbstmedikationen aller Art absehen.

Auch das unkontrollierte Trinken großer Mengen von Flüssigkeit ist nicht immer angezeigt. Während es einerseits hilft, Bakterien oder Steine auszuschwemmen, kann es beispielsweise bei einem akuten Nierenstau für den Patienten gefährlich werden.